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Ein bisschen Farbenlehre

vor 5 Tagen
2 Min. Lesezeit

In den letzten Tagen kamen mehrere Fragen bezüglich der Farbe der zukünftigen Welpen. Ich hatte ganz vergessen, darüber zu schreiben, da für uns bei der Auswahl des passenden Deckrüden die Farbe an letzter Stelle steht. Gesundheit, ein niedriger Inzuchtkoeffizient, ein gutes Wesen und eine Verpaarung, die auch noch für die Erhaltung der genetischen Vielfalt der Rasse Barbet etwas beizutragen hat, sind uns wichtiger. Trotzdem ist es natürlich interessant, zu wissen welche Farben bei einer Verpaarung herauskommen können.


Olga ist schwarz und Oti ist sandfarben. Man würde jetzt erwarten, es gibt einige schwarze unf einige sandfarbene Welpen. Dem ist allerdings nicht so. Wir erwarten schwarze und braune Welpen, es werden keine Welpen mit der Farbe Sand geboren werden. Warum ist das so?

Vielleicht erinnern sich einige an die „Mendelsche Vererbungsregel“. Diese besagt, dass die Ausprägung z.b der Fellfarbe durch Gene bestimmt wird. Ein Gen besteht aus zwei Allelen, eines von der Mutter und eines vom Vater. Es gibt dominante und rezessive Allele. Dominant bedeutet, nur ein Allel genügt, dass die Farbe ausgeprägt wird. Die Fellfarbe Schwarz ist dominant. Bei einem rezessiven Allel werden, zwei Allele der derselben Art benötigt, damit die Farbe zur Ausprägung kommt. Das ist bei Braun und auch bei Sand der Fall.

Olga ist zwar schwarz, aber sie hat auch von ihrer Mutter Sippi das braune Allel mitbekommt, sie trägt also die Farbe Braun, die nicht zur Ausprägung kommt, weil das schwarze Allel ihres Vaters dominant ist.

Oti ist sandfarben. Als „Grundfarbe“ ohne das sandfarbene Gen, wäre er schwarz, was man an seiner schwarzen Nase erkennt. Ein sandfarbener Hund mit der Grundfarbe braun, hat eine braune Nase.

Oti trägt von der Vaterseite auch die Farbe braun. Wenn also das braune Allel von Olga und das braune Allel von Oti an einen Welpen weitergegeben werden, wird der Welpe braun.

Wenn Olga auch das Sand Gen tragen würde, gäbe es sowohl sandfarbene Welpen mit schwarzer Nase (schwarzes Allel in einfacher oder zweifacher Ausführung, plus Sand-Gen Allel von beiden Eltern) oder sandfarbene Welpen mit brauner Nase (braunes Allel von beiden Eltern plus Sand-Gen von beiden Eltern).

Olga trägt nun aber kein Sand-Gen. Deshalb wird es nur schwarze und braune Welpen geben. In welcher Verteilung entscheidet die Natur.

Aber: alle Welpen werden von Oti das sandfarbene Allel bekommen. Sie werden es unsichtbar tragen. Sollten sie später allerdings Nachkommen haben, mit einem Partner, der mindestens ein sandfarbenes Allel trägt, kommen dann auch sandfarbene Welpen zur Welt.


Ein etwas spezieller, etwas komplizierter Beitrag. Jetzt bleibt uns erstmal zu hoffen, dass Olga auch aufgenommen hat und wir uns über vorweihnachtliche, kuschelige Welpen freuen dürfen.



1 Kommentar


franziska
vor 2 Tagen

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung! Das bedeutet, die Nachkommen dieser Welpen könnten sandfarben werden, wenn der entsprechende Partner gefunden wird. Aber eigentlich egal. Die Kleinen sind im zum fressen süß


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